Edit this page

Der Frühling kommt zwar langsam in die Stadt, die ich so liebe, aber bei leichtem Nieselregen ist es an der Isar noch nicht so richtig einladend. Zum Glück gibt es in München aber immer was zu tun und da mir ja auch die Fotographie am Herzen liegt, habe ich mir endlich die Ausstellung click doubleclick angesehen, die aber großteils enttäuschend war. Die Bilder von Larry Sultan, Rineke Dijkstra und Hans van der Meer sind sehenswert, der Rest rechtfertigt den Eintritt nicht. Da war die Lee Friedlander Ausstellung im Januar deutlich interessanter.
Zumindest war anschließend die Lust selbst zu fotographieren wieder extrem gesteigert.

Nach einem längeren Aufenthalt in einem Schwabinger Café war ich dann bereits auf dem Heimweg, als ich die Plakate für den Kabarett-Abend mit Josef Hader im Audimax sah, überklebt mit der Mitteilung, dass Hader wegen Krankheit entfällt, stattdessen würde Bruno Jonas spielen. Ich war nur wenige Gehminuten vom Audimax entfernt, es war kurz vor Beginn der Vorstellung und es gab noch Karten. Spontaner geht es kaum, und so sah ich »Nicht wirklich - nicht ganz da«–keine Viertelstunde, nachdem ich davon erstmals gehört hatte. Jonas war wohl selbst sehr kurzfristig am selben Tag verpflichtet worden, aber guter Dinge und hat einen überraschend guten Abend im Audimax abgeliefert. Die zweite Hälfte seines Programmes fällt dabei ein wenig ab, eine imaginäre Reise in ein Bild bzw. die Vergangenheit inklusive philosophischer Gespräche mit Platon und Sokrates kennt man so ähnlich von anderen Kollegen (eben z.B. Hader, aber auch Gunkl) und ist daher nur mitteloriginell, aber dafür sind seine Dialektbetrachtungen ungeschlagen und ein paar aktuelle Bezüge zur Politik fehlten auch nicht. Richtig rund wurde der Abend aber durch seine spontanen Einlassungen zum Ort des Geschehens, Erinnerungen an seine eigene Studienzeit und ein paar Seitenhiebe auf die anwesenden Studenten.

So, wie krieg ich jetzt die Kurve um dieser tagebuchmäßigen Besprechung ein würdiges Ende zu verleihen? Wahrscheinlich gar nicht, egal.


Next Post Previous Post