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»Punch Drunk Love«. Der mit vielen Vorschußlorbeeren gesegnete neue Film von Paul Thomas Anderson ist eine Liebesgeschichte mit einem Spritzer Surrealismus und hat mich leider ziemlich kalt gelassen. Adam Sandler und Emily Watson spielen wunderbar, das warss aber auch schon. Die Story ist eher dünn, bis auf Sandlers Charakter (ein manisch depressiver Verlierertyp) bleiben alle Figuren und ihre Motivation blaß. Dafür gibts wie gewohnt von PTA eine ordentliche Portion überladene Symbolik, wenn auch sehr viel leichter dosiert als in Magnolia (den ich bis auf einzelne Szenen und Tom Cruises Glanzleistung auch nicht mochte). Mein Hauptkritikpunkt sind aber Sound und Musik (what the fuck?) und eine Kameraführung die man nur als wirr bezeichnen kann und die eher an Blair Witch erinnert.
Fazit: Kann man sich ansehen, muß aber nicht sein.

»Bowling For Columbine«. Michael Moore begibt sich auf die Suche nach Gründen für die hohe Anzahl von Toten durch Schusswaffen in den USA. Mit seinem einzigartigen Stil, einer Mischung aus aufgesetzter Naivität und traurigem Sarkasmus, findet er nicht nur viele Symptome, sondern kommt auch einigen Ursachen näher. Es liegt eben nicht allein an der hohen Quote von Waffenbesitzern (die z.B. in Kanada ähnlich ist), sondern auch an einer Kultur der Angst. Angst die durch die Geschichte, die Medien und die Politik gepflegt wird. Thesen die sich auch in dem Buch »The Culture of Fear« nachlesen lassen (liegt bei mir bereits zur Lektüre bereit).
Fazit: ein in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragener Dokumentarfilm mit hohem Unterhaltungswert und noch höherem Nachdenkfaktor. Schon jetzt ein sicherer Kandidat für den Dokumentarfilm-Oscar.


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