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8:55 Starbucks Santa Clara, Ecke San Tomas / Saratoga Avenue.
Vor dem Laden sitzen an den unwirtlichen Metalltischen ein paar Gestalten, deren Einkommen in etwa $5 über dem des Obdachlosen vorn an der Strasse liegt. Genug um sich einen Kaffee und eine Schachtel Zigaretten zu leisten und durch Sonnenbrillen von denen die Verspiegelung abblättert auf ihre abgefuckten Pickup-Trucks zu starren. Drinnen finden sich noch mehr lebende Klischees, in der Ecke mit den gemütlichen Fauteuils sitzt ein junges asiatisches Päarchen, beide sehr verschlafen dreinblickend, beide sehr trendy in sackartige Fallschirmseide gekleidet, beide telefonieren leise mit ihren Ultrawinzmobiltelefonen. Zwei Tische weiter ein Endvierziger vor seinem Apple G4 Powerbook, browst über das Wireless LAN im Web und macht sich Notizen auf einem Block der schon ein paar Kaffeeränder trägt, dass er dabei auf der Suche nach neuen Möglichkeiten für sein e-trade Portfolio ist unterstelle ich hier nur. Weiter hinten ein Inder, der mit geschloßenen Augen vor seinem Pappbecher sitzt, ob er schläft oder meditiert ist nicht zu erkennen.
Direkt vor mir in der Schlange steht etwas, von dem ich nur entfernt annehmen kann, dass es sich um eine humanoide Lebensform handelt. Blond, anhand der Salzwasserballonbrüste als weiblich einzustufen, Alter nicht exakt definierbar, aber ohne jede Frage mindestens 10 Jahre älter als Starbucks, in knochenengen Leggins und mit einigem Talmi dekoriert. Die Bestellung kommt dann auch prompt, »a Tall Soy Decaf Latte, extra hot« - könnte so aus einem SNL Sketch stammen. Während wir auf unsere Getränke warten, versucht ein Verkäufer aus dem benachbarten Supermarkt mit dem blonden Alien etwas Smalltalk zu machen, wie es scheint ohne großen Erfolg und als ich wenige Minuten später mit meinem Grande Chai wieder zum Wagen gehe, meditiert der Inder immer noch.


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