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Sommerkino heißt große Produktion und Namen, aber niedriger Anspruch. Mit dementsprechend wenig Erwartung habe ich mir gestern I, Robot angesehen, ein weiterer Hollywood Blockbuster, gefüllt mit den üblichen Zutaten: Materialschlachten aus dem Computer, Hauptdarsteller die nett anzusehen sind, aber keine schauspielerische Leistung bringen müssen und ein Drehbuch, dem man ein paar Monate mehr Entwicklung hätte geben sollen.
Will Smith spielt den traumatisierten Cop, der als einziger die Wahrheit ahnt und die coolen Sprüche sagen darf. Der brillante Wissenschaftler hinterlässt vor seinem Tod jede Menge kryptischer Botschaften, seine ebenso brillante Assistentin hat soziale Defizite, vertraut dann aber trotzdem dem Helden (zum Glück erspart man uns aber eine Lovestory). Und der reichste Mann der Welt ist ein machtgieriges, arrogantes Arschloch.
Kleinere Löcher im Plot stören im Publikum wohl niemanden - wenn man einen Roboter nicht wegen Mordes verhaften kann, warum kann man ihn dann nicht als Beweisstück in die Aservatenkammer stellen? Auch das unerträglich aufdringliche Productplacement von Audi, JVC, Converse, Fedex wird kommentarlos hingenommen.
Ingesamt ist der Film eine Ansammlung von Versatzstücken aus »Blade Runner«, »Tron« (MCP anybody?), »2001« und größerer Mengen »A.I.« und »Minority Report«.
Auf der Haben Seite sind zu verbuchen: ein paar großartige Action-Szenen, ebensoviele Witzchen, eine brauchbare Grundidee und einige ziemlich gelungene Kamerafahrten. Die Computergrafik ist meistens hervorragend bis auf ein paar schlechtere Momente z.b. bei der Autoverfolgung.
Wer auf irgendwelche tieferen philosophischen Ansätze hofft, wie man sie in Asimovs Büchern finden kann, der wird sicher entäuscht: von Asimovs Ideen bezüglich Freier Wille, Bewusstsein, Individuum vs. Gruppe etc. bleibt nur übrig, was dem dünnen Plot zuträglich ist.
Bleiben unterm Strich 5 von 10 Punkten, aber nur wenn man gerade in Stimmung fuer Popcorn-Kino ist.


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