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Konzert: G3 @ The Warfield San Francisco

G3, das sind 3 der besten Rockgitarristen der Gegenwart: John Petrucci (Dream Theater), Steve Vai und Joe Satriani. Eigentlich hatte ich ja befürchtet daß ein Konzert das so auf Gitarren ausgelegt ist leicht langweilig bzw. vor lauter Gefuddel anstrengend wird, aber das absolute Gegenteil war der Fall. =more=
Chronologisch: Punkt 8 bestieg John Petrucci die Bühne, begleitet von Mike Portnoy (auch Dream Theater) am Schlagzeug und Dave LaRue (Dixie Dregs, Steve Morse Band) am Bass. Petrucci hat inzwischen entgültig seinen eigenen Stil gefunden und gewann trotz ausschließlich neuer Stücke sofort die Gunst des gesamten Publikums. Er spielte wohl auch mit dem stärksten Metal-Einschlag, hatte aber durchaus auch klassische und bluesige Momente in seinem Set. Zum Abschluß gabs “Paradigm Shift” vom Liquid Tension Experiment Projekt, was den Saal dann zum ersten mal zum Kochen brachte.
Die Umbaupausen waren mit knapp 10 Minuten ultrakurz und so gings gleich weiter mit Steve Vai. Steve ist und bleibt ein Showmensch der in erster Linie unglaubliche Tricks auf der Gitarre vorführt, aber auch er hat sehr melodiöse Momente. Groß gefeiert wurde wie immer “For the love of god”. Auch Steve wurde von der creme de la creme begleitet: Billy Sheehan am Bass, ein absolutes Tier! Virgil Donati am Schlagzeug hat selbst völlige Schlagzeug-Banausen überzeugt, Dave Weiner und Mike Keneally halfen an 2. und 3.Gitarre sowie Keyboards aus. Das wäre auch mein einziger Kritikpunkt: warum ein Extra-Klasse Gitarrist wie Mike Keneally nicht ein einziges kleines Solo im Programm bekommt ist mir Rätselhaft.
Joe Satriani schließlich hatte ein Heimspiel und das im wahrsten Sinne des Wortes, lebt er doch in der Bay Area. Ich hatte Satriani vorher noch nicht live gesehen, aber auch er hat mich komplett überzeugt. Selbst die kompliziertesten, schnellsten oder seltsamsten Passagen sehen bei ihm völlig mühelos aus und auch er hat mit Stu Hamm einen Wahnsinnsbassisten am Start, Jeff Campitelli am Schlagzeug war gut, aber stach nicht heraus.
Der Höhepunkt kam dann in Form des gemeinsamen Jams: John, Steve und Joe teilten sich die Gitarrenarbeit bei ZZTops “La Grange”, “Voodoo Chile” und “Little Wing” von Hendrix und schließlich “Going Down”. Ein großartiger Abend und selten hat man eine höhere Konzentration an Talent auf einer einzigen Bühne gesehen. Was die anfängliche Befürchtung des Gitarren-Overkill angeht: die 3 1/2 Stunden Konzert waren vorbei ohne das ich auch nur einmal auf die Uhr gesehen habe, unglaublich abwechslungsreich und einfach nur beeindruckend. Bleibt die Frage ob ich meine Gitarre jetzt verbrennen soll oder meinen Job hinschmeißen und die nächsten 10 Jahre 8 Stunden am Tag üben…
Weitere Kritiken zu diesem Konzert sind hier zu finden.

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