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Im Kino: A.I.

Heute gesehen: A.I. - Artificial Intelligence. Für alle die noch nicht davon gehört haben:
In einer nicht zu fernen Zukunft ist die Familienplanung komplett vom Staat geregelt, pro Familie gibts ein Kind. David kommt als Roboter und Sohn-Ersatz zu einer Familie deren erster Sohn mit einer unheilbaren Krankheit im Tiefschlaf liegt. Obwohl Roboter (Mechas) an der Tagesordnung sind, ist David der erste Mecha dem Liebe einprogrammiert wurde. Sein einziger Wunsch ist es ebenfalls wie ein Mensch geliebt zu werden. =more= Soweit der Basisplot dieses Films der sich nicht richtig zwischen Science Fiction und Gefühlsstory entscheiden kann. Und das ist auch schon das Hauptproblem das ich mit diesem Film habe, er ist so heterogen daß er über weite Strecken droht auseinanderzubrechen.
Andere (und intelligentere) Kritiker haben auf die offensichtliche Aufteilung in 3 Akte hingewiesen, die ist aber nicht nur offensichtlich sondern es wirkt wie 3 getrennte Episoden mit einem Epilog. Jede Menge toller Effekte und Computergrafiken, aber eine fürchterlich konstruierte Geschichte mit größeren Löchern. Der Punkt an dem ich fast genug hatte war der Auftritt einer Computergestalt namens Dr.Know, die aussieht wie der “Einstein”-Helfer in Microsoft Office und von Robin Williams gesprochen wird. Au backe. Außerdem sind noch ein paar andere Ungereimtheiten die mich etwas irritiert haben, aber man will ja nicht überanalysieren.
Halle Joel Osment ist gut in der Rolle des David, dafür rennt Jude Law (der ganz groß in “Gattaca” war) nur zur Verzierung rum. Dazu gibts noch einen sprechenden Roboter-Teddybären und andere Randfiguren.
Ursprünglich war A.I. ein Projekt mit dem Stanley Kubrick vor Ewigkeiten begonnen hatte, letztlich wurde der Film nach Kubricks Tod von Steven Spielberg übernommen und auch das sehe ich als Problem. Spielberg versucht über weite Strecken Kubrick zu imitieren, was aber sehr aufgesetzt wirkt wie z.B. lange Kamerafahrten die aber keinen besonderen Sinn verfolgen, art for art’s sake. Und über all das wurde der Spielbergsche Zuckerguss geschüttet.
Fazit:
Obwohl ich den Schluß (minus die letzten 3 Minuten) richtig gut fand hat der Film einen schlechten Nachgeschmack. Muss ich kein zweites mal sehen - 5 von 10 Punkten. Hier gehts zur offiziellen homepage.
Nachtrag: liebe Hollywoodproduzenten, laßt doch in Zukunft bitte die Finger von Büchern von Brian Aldiss, Philip K. Dick, Robert Brin, Robert Heinlein und ähnlichen Kalibern, das wird nix.

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